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Spekulatius zum Frühstück
Spekulatius zum Frühstück – ist wie die brennende Kerze, die Tag und Nacht auf dem Tisch steht.
Wie die braunen Männer, die mit Rettungsfolie umwickelt schon am ersten August im Regal stehen. – Ja, ich meine Schokoweihnachtsmänner.
Wie die Schneeflocken, die den Weg auf den Boden suchen und sanft in den Schneemännern ruhen.
Wie der Duft der Maronen, der Zuckerwatte und gebrannten Mandeln, der heimlich durch die Menge der Lichter, Hütten und Menschen wandelt.
Wie der Glühwein, der schnell deine Hände wärmt und den Kopf verdreht.
Wie die Fahrt auf dem Riesenrad, wo man sich immer fragt, was jetzt passieren würde, wenn man doch runterfällt.
Wie der zarte eisige Wind, der kaum bemerkbar über die Wangen kriecht und rote Flecken dabei hinterlässt.
Wie der klebrige Tisch nach dem Plätzchenbacken und die Schneemänner, die aus dem Rest des Teiges entstehen und die heimlichen Helden des Backbleches sind.
Wie der Song „Last Christmas“, der stündlich im Radio dröhnt und man doch nur diese eine Zeile: „Last Christmas …“ mitsingen kann, weil man den Rest doch immer vergisst.
Weihnachten ist, wenn es Spekulatius zum Frühstück gibt.
Tim