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Eine Schneeflocke im Sommer

Heimlich, still und leise
geht sie ihren Weg,
vom Glück, das ihr versprochen,
als Träne auf den Boden.

Ihr einstiger Glanz zerfällt zu Staub,
die Hoffnung noch nicht aufgegeben,
träumt sie sich fort
an einen friedlich, sinnlichen Ort,
der ihr stets wohl gesonnen war,
und sie zu Hause nannt´,
doch ihr Traumbild,
das muss weichen,
trifft sie auf den Sand.

Und mancher Hass
prasselt auf sie nieder,
sie passt hier doch nicht rein,
so legt sie ihre Krone ab,
ihr gelingt es dennoch nicht,
gleich zu sein,
so dass ihre Hoffnungen sterben,
und sie erkennt,
wer sie ist:
Eine Schneeflocke im Sommer.

Ein Sommer, der Verderben bringt,
ihre Gefühle austrocknen lässt
und sie müde wird,
zu müde, um gegen den Sommer zu kämpfen,
zu müde, um dem Schatten zu vertrauen,
der ihr seine Hilfe bot
und zu müde, um zu hoffen,
dass sei alles bloß ein Traum.

Doch sie hat sich verlaufen,
ist allein auf sich gestellt,
dass ihr Zauber verfliegt,
sie ist eine Schneeflocke im Sommer.
Und der Winter wäre ihre Rettung gewesen…

Maibal