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Federleichte Flucht

Ich bin ein kleines Vögelchen,
das sein halbes Leben lang
in einem Käfig verbracht hat,
bei dir, der du ihm Futter gabst.

Irgendwann wurde dir das,
ich weiß nicht: zu viel? Zu langweilig? Zu eintönig?
Und du hast mich ersetzt.
Einfach so, ohne mir zu zeigen,
wie ich überleben soll.

Nach langem Fasten, Trauern, Schmerzen,
habe ich neuen Lebenswillen bekommen
und mich der Welt in Freiheit angepasst.

Vor Freude darüber,
sang ich ein Lied,
flog Loopings durch die Lüfte.

Jetzt willst du mich zurück,
in deinen Käfig sperren,
doch ich flieg dir davon,
so schnell gehe ich nicht mehr zurück.

Denn ich bin niemandes Haustier,
ich bin frei wie der Wind,
mit welchem ich jetzt um die Wette fliege.

Ich will dir aber sagen,
dass ich warte,
dass du mir folgst.

Maibal