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Karussell

Manchmal zähl ich die Tage, ohne zu wissen worauf ich warte.
Ich starre auf die Zeiger der Uhr, die drehen, nur ich bleibe stehen.
Ich stehe rum und alles zieht an mir vorbei.

Ich hab nie um Hilfe gebeten, weil ich es allein schaffen wollte, aber vielleicht brauch ich dich auch mehr, als du mich, und vielleicht muss es so sein, vielleicht steht die Antwort auf all meine Fragen auch zwischen den Zeilen.
Vielleicht fehlst du mir einfach, vielleicht vermisse ich dich, vielleicht ist das, was wir hatten, das was mir fehlt um glücklich zu sein. Aber vielleicht bin ich auch dazu gemacht, allein zu bleiben.
Wir leben in einer Welt voller vielleicht’s, obwohl „ja“ oder „nein“ vielleicht leichter wären.
Ich fühle mich wie ein blöder Hamster im Laufrad, der rennt und rennt und nie ans Ziel kommt.

Und
Manchmal zähl ich die Tage, ohne zu wissen worauf ich warte.
Ich starre auf die Zeiger der Uhr, die drehen, nur ich bleibe stehen.
Ich stehe rum und alles zieht an mir vorbei.

Alles holt mich ein, alles dreht sich, alles bewegt sich, nur ich bleibe stehen und komme nie an.

„Der Weg ist das Ziel“, aber wer weiß schon, ob wir auf dem rechten Wege gehen. Denk nach oder denk nicht nach, lauf weg oder bleib stehen, irgendwann musst du so oder so gehen. Ganz egal wie oder wann, darauf kommt es nicht an. Aber du musst dich entscheiden welches Leben du leben willst, welchen Menschen du lieben willst und frag dich: Wie stark kannst du sein, um all das zu überstehen, um dir selbst nicht im Wege zu stehen?

Und ich…Ich bin eher so Tag ein Tag aus, so zwischen zwei Türen, so auf einem Karussell, das dreht und ich bleibe sitzen. Und dann sitze ich da und atme ein, bin ganz still und alles rotiert um mich herum. Ich atme aus und die Zeit rinnt plötzlich wie Sand durch meine Finger. Ich bewege mich nie vom Fleck.

Und
Manchmal zähl ich die Tage, ohne zu wissen worauf ich warte.
Ich starre auf die Zeiger der Uhr, die drehen, nur ich bleibe stehen.
Ich stehe rum und alles zieht an mir vorbei.

Alles holt mich ein, alles dreht sich, alles bewegt sich, nur ich bleibe stehen und komme nie an.

Und dann denkst du nach, über all die vielen vielleicht’s:
Vielleicht brauch ich dich nicht. Vielleicht habe ich all meine Antworten schon bekommen, hab sie nur nicht gesehen. Vielleicht bilde ich mir das hier alles ja nur ein. Vielleicht kommt nach jedem Tief noch ein viel höheres Hoch. Vielleicht muss ich einfach nur einen kleinen Schritt weiter gehen, vielleicht ist der Weg ja wirklich das Ziel und vielleicht will ich es nur nicht sehen.

Und
Manchmal zähl ich die Tage, ohne zu wissen worauf ich warte.
Ich starre auf die Zeiger der Uhr, die drehen, nur ich bleibe stehen.
Ich stehe rum und alles zieht an mir vorbei.

Letztendlich geht jeder seinen eigenen rechten Weg und das ist auch ganz gut so. Denn während ich meinen eigenen gewählt habe, hab ich bemerkt, dass dieses Einholen, dieses Vorbeiziehen, nie ein Ende nimmt,

aber

du kannst selbst entscheiden, ob du der bist, der eingeholt wird oder der, der an allen vorbei zieht.

Gina Menne, 2016